Der Schornsteinfeger: Ihr Sicherheits-, Umwelt- und Energieexperte

Innung Rhein-Main

Qualitätshandwerk mit Traditionsbewusstsein.

Verantwortung gegenüber unserer Umwelt.


Kompetente Energieberatung durch das zertifizierte Schornsteinfegerhandwerk

Die immer höher steigenden Energiekosten erfordern Maßnahmen zur Energieeinsparung.In der Bundesrepublik Deutschland werden jährlich ca. 1 Milliarde Tonnen Kohlendioxid durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe in die Atmosphäre abgegeben, woran die Haushalte und Kleinverbraucher mit ca. 30 % beteiligt sind. In Folge der Agenda 21 hat sich Deutschland verpflichtet, bis 2005 den CO2 -Ausstoß gegenüber 1990 um 25 % zu reduzieren.

Im Bereich der Haushalte und Kleinverbraucher soll dies vor allem erreicht werden durch die 1996 erfolgte Novellierung der Kleinfeuerungsanlagenverordnung (1. BImSchV) und durch die geplante Energieeinsparverordnung (EnEV). Diese Maßnahmen dürften aber nicht annähernd ausreichen, das angestrebte CO2 -Minderungsziel zu erreichen. Zwar ist der Vollzug der 1. BImSchV über die Überwachung durch das Schornsteinfegerhandwerk sichergestellt, nicht jedoch die Umsetzung der EnEV. Ohne einen Vollzug entsprechend der 1. BImSchV wird, wie die Erfahrung mit der bisherigen Wärmeschutz- und Heizungsanlagenverordnung zeigt, die EnEV insbesondere im Anlagenbestand wirkungslos bleiben.

Zudem wird die angestrebte Verringerung des CO2 nur möglich sein, wenn gleichzeitig flankierende Maßnahmen ergriffen werden. Sehr entscheidend dürfte hier die Aufklärung der Betreiber von Feuerungsanlagen sein. Nur wenn es gelingt, die Betroffenen über die Notwendigkeit der Kohlendioxid-Reduzierung durch Energieeinsparung sowie über die praktikable und wirtschaftlich vertretbare Nutzung erneuerbarer und alternativer Energiequellen (Holz bzw. Wasser, Wind und Sonne) aufzuklären, werden sie bereit sein, erforderliche Verbesserungen durchzuführen bzw. durchführen zu lassen.

Eine merkliche Auswirkung auf den CO2 -Ausstoß wird aber nur dann zu verzeichnen sein, wenn die Aufklärung flächendeckend und glaubwürdig, d. h. unabhängig von wirtschaftlichen Interessen erfolgt. Erreicht wird dies durch die kompetente und neutrale Anstoß-Energieberatung durch das Schornsteinfegerhandwerk, in der nicht nur Auskunft über den Zustand und Wirkungsgrad von Heizungsanlagen sowie gravierende Mängel der Wärmedämmung der Häuser gegeben wird, sondern auch Verbesserungsmöglichkeiten zur Senkung des Energieverbrauchs und somit auch der Heizkosten aufgezeigt werden.

Das Schornsteinfegerhandwerk ist schon lange im Dienste der Umwelt tätig. Abgesehen davon, dass bereits die althergebrachte Kehrtätigkeit zur Verbrennungsgüte beiträgt, stellt die Messung nach der Kleinfeuerungsanlagenverordnung (l. BImSchV) wohl eine der wirkungsvollsten Maßnahmen zur Luftreinhaltung dar. Die wiederkehrende Überwachung der Ölfeuerungsanlagen auf Einhaltung der Ruß- und Abgasverlustgrenzwerte und der Gasfeuerungsanlagen auf Einhaltung der Abgasverlust- und CO-Grenzwerte sorgt dafür, dass schlecht eingestellte oder verschmutzte Feuerstätten rechtzeitig erkannt und gewartet werden können. Dadurch wird nicht nur die Umwelt entlastet, sondern auch der Brennstoffverbrauch gesenkt, was für den Anlagenbetreiber eine Kosteneinsparung bedeutet.

Anstoß-Energieberatungen durch das Schornsteinfegerhandwerk werden bereits seit längerer Zeit in verschiedenen Regionen angeboten. Besonders bewährt hat sich die als Schwachstellenanalyse bezeichnete Beratung, die in Hessen bereits seit über 12 Jahren flächendeckend durchgeführt wird. In einer im Auftrag des Hessischen Umweltministeriums von 1992 bis 1994 durchgeführten Studie hat das Bremer Energie-Instituts ermittelt, dass 1 DM Beratungsaufwand mindestens 17 DM an Investitionen ausgelöst hat. Zusammengefasst wurden folgende Vorteile der Beratung durch das Schornsteinfegerhandwerk festgestellt:



Flächendeckendes Netz von Akteuren:



Jeder Bezirksschornsteinfegermeister (BSM) führt im eigenen Kehrbezirk die Anstoß-Energieberatung durch. Somit wird eine flächendeckende Beratungsaktion erreicht und die Beratung hat eine große Reichweite.



Sehr gutes Kosten/Nutzen-Verhältnis:



Die Schwachstellenanalysen weisen ein sehr günstiges Verhältnis von Kosten zu Nutzen auf.



Hohe Kompetenz in einem wichtigen Themenbereich:



Insbesondere Empfehlungen zur vorzeitigen Erneuerung von Wärmeerzeugungsanlagen werden in großem Umfang umgesetzt, aber auch andere Energiesparmaßnahmen bezüglich des Gebäudebestandes werden durch die Beratung der Bezirksschornsteinfegermeister initiiert.



Hohe Akzeptanz der Schornsteinfeger beim Verbraucher.



Höchster Organisationsgrad wichtig für Standardisierung.



Etablierte Weiterbildungspraxis der Schornsteinfeger.



Permanente Ansprechbarkeit der Schornsteinfeger.



Erfolgskontrolle durch Schornsteinfeger ? nächstes Jahr kommt er wieder.



Reichweite: Otto-Normalverbraucher:



Das Schornsteinfegerhandwerk erreicht mit seiner Beratung flächendeckend jeden Hausbesitzer, eben auch den "Otto Normalverbraucher", und dies im städtischen wie im ländlichen Raum (bei anderen Beratungs-Verfahren ist die Teilnehmerschaft dagegen auf bestimmte Bevölkerungskreise beschränkt).

Auch die Befragung des Bremer Energie-Instituts nach einer Aktion zur Energieeinspar-Beratung, mit der das hessische Umweltministerium 1998 den Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerk Hessen beauftragte, ergab, dass die "Anstoß-Beratung der Schornsteinfeger" in sehr großem Maß positiv bewertet wird. Ziel dieser Aktion war, eine innovative kurze Vor-Ort-Beratung ("Anstoß-Beratung") inklusive der Erstellung von Energiepässen in der Praxis auszuprobieren, um daraus Erkenntnisse zu gewinnen, ob dem Schornsteinfegerhandwerk in noch stärkerem Maß als bisher Energieberatungsaufgaben übertragen werden können. Durchgeführt wurde die Aktion 1998 und 1999 in fünf ausgewählten Städten: in der Brundtlandstadt Viernheim und den Energiesparstädten Groß-Umstadt, Witzenhausen, Butzbach und Hünfeld. Bis auf Viernheim (10 km vor Mannheim) sind alle Orte dem ländlichen Raum zuzuordnen. Ihre Einwohnerzahl liegt zwischen 15.000 und 30.000. Nachfolgend sind die wichtigsten Ergebnisse der Befragung zur Akzeptanz in Kurzform aufgezeigt:



96% wollen Schornsteinfeger als Berater, nur 2% andere Akteure. 2% ist der Akteur egal;



80% werten die Anstoß-Beratung der Schornsteinfeger "im Ganzen" positiv (mit den Noten 1 und 2);



89% würden sich noch einmal für eine Teilnahme an der Beratungsaktion der Schornsteinfeger entscheiden;



94% würden Freunden raten, die Anstoß-Beratung der Schornsteinfeger in Anspruch zu nehmen;



94% empfehlen dem Land Hessen, die Anstoß-Beratung der Schornsteinfeger landesweit anzubieten und finanziell zu unterstützen.



Neben diesen Aussagen ist auch zu erkennen, dass es eine untergeordnete Rolle spielte, mit welcher Software-Version, also mit welchen schriftlichen Aussagen, die Befragten beraten wurden. Insgesamt sind die Meinungsäußerungen zum Akteur Schornsteinfeger als ein sehr deutliches Plädoyer für eine Anstoß-Beratung durch Schornsteinfeger zu werten.

Die Untersuchungen des Bremer Energie-Instituts belegen eindeutig, dass die Anstoß-Energieberatung eine Rolle als Instrument der Wirtschaftsförderung spielen könnte: In welchem Wirtschaftszweig gibt es für 1 DM Subvention mindestens 17 DM an Investition? Allein aus der Mehrwertsteuer dieser 17 DM ließe sich die Beratung staatlich finanzieren. Abgesehen von den positiven Auswirkungen auf die Umwelt und die Reduzierung der Energiekosten, würden dadurch eine Vielzahl von Arbeitsplätzen geschaffen werden.

Jeder BSM führt im eigenen Kehrbezirk die Anstoß-Energieberatung durch. Somit wird eine flächendeckende Beratung erreicht.

Zur Unterstützung der Tätigkeit werden vom BSM Energieberatungsprogramme in Anlehnung an EnEV (VdZ), übergangsweise Fa. HS und in Hessen der Fa. Bially, verwendet. Darin erfolgt



pauschale Erfassung des Gebäudes (Gebäudetypologie, Standardgebäude),



pauschale Berücksichtigung bereits erfolgter Bauteileverbesserungen



(Bauteile, die schon verbessert wurden, sowie bereits durchgeführte energiesparende Maßnahmen werden durch die Beratung nicht nochmals verbessert, sondern Verbesserungsmaßnahmen werden für die Stellen vorgeschlagen werden, wo effektive Einsparungen herauskommen),



pauschale Erfassung der Heizungsanlage und des Verbrauchs (VDI 3808).



Es sei nochmals an das Ziel erinnert: Hauseigentümer und Bewohner sollen auf Schwachstellen der Heizungsanlage und des Gebäudes aufmerksam gemacht und veranlasst werden, Energiesparmaßnahmen durchzuführen. Dabei kommt es nicht auf wissenschaftliche Exaktheit an. Wie Studien zur Wirkung unterschiedlich intensiv durchgeführter Energieberatungsformen zeigen, hängt die Umsetzung von Beratungsempfehlungen nicht wesentlich vom Grad der Detaillierung ab. Darüber hinaus sei angemerkt, dass auch detaillierte Betrachtungen oft nur den Schein der Genauigkeit erwecken. Entscheidende Einflussgrößen wie der tatsächliche Luftwechsel und die mittlere Raumtemperatur in den Gebäuden, die Güte der Bauausführung und der künftige Energiepreis sind auch hier unbekannt.

Insbesondere Empfehlungen zur vorzeitigen Erneuerung von Wärmeerzeugungsanlagen werden in großem Umfang umgesetzt, aber auch andere Energiesparmaßnahmen bezüglich des Gebäudebestandes werden durch die Beratung der Bezirksschornsteinfegermeister initiiert.

Die Beratung bezieht sich auf Ein- und einfache Mehrfamilienhäuser in Standardausführung.

Die Grundlage für die Durchführung der Anstoß-Energieberatung durch die Bezirksschornsteinfegermeister ist ein sog. 64-h-Lehrgang für alle BSM, der auf den bereits in der Aus- und Weiterbildung des Schornsteinfegerhandwerks vermittelten umfangreichen Grundkenntnissen aufbaut.

Der Lehrgang bildet den Grundstock für eine Zusatzqualifikation zum Gebäude-Energieberater oder Energieberater des Handwerks.

Zukünftig ist diese Ausbildung Bestandteil der Meisterprüfung.







Bundesland: Hessen
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